Kunst = Können?


Natur kann so verschieden erlebt und verstanden werden. Hier ein paar kleine Texte und Erlebnisse und philosophische Gedanken dazu. Hier findet ihr dann auch noch ein paar Sagen rund um Bäume und Sträucher und - wenn fertig gestellt - ein kleines Baumorakel.
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Kunst = Können?

Beitrag#1von romy_hexe » 11.04.2015 12:06

Ich hänge seit gestern Gedanken zum Thema Kunst nach. Ist Kunst wirklich gleich zusetzen mit Können? Seit gestern habe ich Zweifel daran. Ideen sind Geschmacksache und stehen nicht zur Debatte.

Ich war gestern bei einer Ausstellungseröffnung von zwei Künstlerinnen. Ich bezeichne das jetzt einmal so allgemein. Hier prallten zwei komplett verschiedene Welten aufeinander. Auf der einen Seite war wirklich Können am Werk. Sie haben mir zum großen Teil gut bis sehr gut gefallen. Und für mich auch ganz wichtig - die Verarbeitung ist einfach sehr präzise und sauber gewesen. Diese Künstlerin weiß was sie tut und das tut sie mit voller Hingabe. Das merkt man den Arbeiten an.

Die andere Welt: Diele Ausstellungsstücke haben mich an meinen Handarbeitsunterricht der 4. Klasse erinnert - in Qualität und vor allem auch Darstellung. Die Art der Darstellungen - Geschmacksache. Doch da meldet sich wieder mein Anspruch an Ausstellungsexponate. Die Verarbeitung grenzte teilweise an Körperverletzung. Ich für meinen Teil hätte mich bei so einer Verarbeitung nicht getraut, das in dieser Form auszustellen. Auch erwischte ich mich manchmal bei dem Gedanken, dass das Grundschulschüler auch so gekonnt hätten. Ich weiß, das ist ein vernichtender Gedanke, aber spontane Gedanken, die mir durch den Kopf schießen, pflegen dem zu entsprechen, was dann auch in der materiellen Welt wiederzufinden ist.

Ebenso war ich über die Laudatio verwirt und überrascht. Mir war bis dahin nicht klar, wie lange man, viele Worte (vor allem auch Fremdworte) gebrauchend, die Zuhörer langweilend über Exponate referieren kann, ohne wirklich etwas zu sagen. Ebenso bin ich der Meinung, dass es nur von wirklicher Intelligenz zeugt, wenn man sein Fachgebiet in einfachen Worten so erklären kann, dass es auch wirklich jeder Einzelne verstehen kann. In diesem Fall weit gefehlt, da hilft auch ein Doktortitel nicht wirklich viel. Der mag im Fachgebiet sicher hart erarbeitet und gerechtfertigt sein ... aber...

Ich war ebenso überrascht und diesmal amüsiert, wieviel man in einzelne Stofffetzen mit nicht fein ausgearbeiteten Handstickstiche hineininterpretieren kann. Vor allem welche Personen was interpretiert hat. Fehlt es mir deswegen an Kunstverstand? Ich weiß es nicht. Möchte ich in so einem Fall überhaupt Kunstverstand haben? Wohl eher nicht.

Mein Fazit:
Es war eine wunderbare Fallstudie der Gattung Mensch. Ich für meinen Teil lasse Exponate auf mich wirken und bewerte und interpretiere nicht. Denn die Werke müssen durch die Gestaltung und Verarbeitung wirken. Interpretationen können nur schief gehen. Und es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder sprechen die Exponate den Betrachter an und fesseln diesen oder eben nicht. Ich für meinen Teil war von dem Textilteil schon eher enttäuscht, da die Erwartungen andere und anspruchvollere waren. Der Teil der Namenlosen und des Schmucks hat meine Erwartungen erfüllt.

Und nun habe ich den Kreis zu den zwei aufeinanderprallenden Welten wieder geschlossen. Doch ich denke, es ist noch nicht zu spät für die Kunst.
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